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15 €
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PS-357
Das Programm „Cesty moderny“ präsentiert einen dramaturgisch geschlossenen Weg durch die Entwicklung der europäischen Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. In drei thematischen Zyklen verfolgen wir grundlegende Veränderungen der bildenden Sprache – von expressiven gestischen Ausdrucksformen über die Wiederentdeckung der Landschaft in ihrer authentischen Form bis hin zu introspektiven Tendenzen des Symbolismus und bahnbrechenden Konzepten der Avantgarde.
Der dritte Zyklus des Jahres verfolgt eine der radikalsten Veränderungen in der Kunstgeschichte: die langsame Verschiebung des Bildes von der Ebene der visuellen Vision, über Mythos und symbolisches System, bis hin zu seiner vollständigen Entmaterialisierung und Verwandlung in reine Idee. Symbolismus, Neosymbolismus und avantgardistische Strömungen des Suprematismus und Konstruktivismus stellen drei aufeinanderfolgende Phasen dieser Entwicklung dar – drei Modelle, durch die sich die Kunst von der Dinglichkeit befreit.
Neosymbolismus verschiebt diese Imagination in eine persönliche, introspektive Ebene. Szukalski, Toorop und Delville schaffen eigene Mythologien, autonome Welten und visuelle Rituale. Das Bild wird zu einem archäologischen Fundort von Archetypen, einem Ort, an dem sich der individuelle Mythos zu einer neuen Ikonografie formt.
Suprematismus und Konstruktivismus schließen den Zyklus mit einem gegenteiligen, radikalen Gestus: der Aufhebung der Dinglichkeit zugunsten reiner Form und Raum. Malevič reduziert das Bild auf elementare Formen, die „absolutes Gefühl“ tragen, während Lissitzky die Fläche in eine Konstruktion transformiert – ein Projekt einer neuen visuellen Sprache. Hier verwandelt sich das künstlerische Bild in ein System, eine Architektur, eine Idee.
Der Zyklus kulminiert in der Ausstellung „Transzendente Konstruktionen“, die diese drei ästhetischen Ebenen zu einem visuellen und philosophischen Ganzen verbindet. Symbol, Mythos und Geometrie treffen hier in einem Dialog aufeinander, der die moderne Kunst als Weg von der Imagination zur Transzendenz zeigt – vom inneren Bild zur reinen Konstruktion von Ideen.


